Raphael Höfinger - Psychotherapeut*

Angsterkrankungen in Zeiten von Covid 19

Gerade die letzten zwei Jahre waren von enormen Unsicherheiten und betrübten Zukunftsaussichten geprägt. Das kann bei Leuten unterschiedlichster Persönlichkeitsstruktur zu Ängsten führen. Egal ob Sie dafür anfällig sind oder nicht. In Zeiten wie diesen ist unklar, wie wird es in zwei Monaten aussehen? Diese Unsicherheit führt bei vielen Menschen zur Verstärkung von Stress, Ängsten und psychischer Belastung.

In seltenen Fällen kann dies sogar zur Entwicklung einer pathologischen Angst also einer Angststörung/ Angsterkrankung führen. Wenn die Angst so stark wird, dass sie Ihr tägliches Wohlbefinden und ihre Fähigkeit den Alltag zu bewältigen einschränkt. Eine solche Angststörung zeigt sich z.B. durch folgende Symptome:

  • Beschleunigter Herzschlag
  • Atemnot
  • Engegefühl in der Brust
  • Übelkeit
  • Kälteschauer
  • Schweißausbrüche

 

Solche Symptome treten bei Angststörungen auf, obwohl keine reale Gefahr besteht. Insbesondere in Kombination mit Long-Covid kann dies jedoch zu einer enormen Belastung führen.

Auf meiner Website finden Sie zusätzliche Informationen sowohl zum Thema Long-Covid als auch auf meiner neuen Schwerpunktseite zum Thema Angststörung und Panikattacken.

Psychotherapie bei Angstörung oder Panikattacken

 

Welche Symptome treten bei Long-Covid auf?

Es gibt eine Vielzahl von körperlichen Symptomen, die nach einer Covid-19-Erkrankung weiter bestehen können. Wenn einige der folgenden Beschwerden bei Ihnen auch nach der Genesung auftreten, kann das ein Hinweis auf Long-Covid sein:

  • Verlust von Geruchs- oder/und Geschmackssinn
  • Geringe körperliche Belastbarkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Herzrasen
  • Chronische Erschöpfung (auch Fatigue-Syndrom genannt)

Neben körperlichen Beschwerden kann eine Long-Covid Erkrankung allerdings auch zu psychischen Problemen führen. Dies oft als Folge der körperlichen Belastung im Zuge der Long-Covid Erkrankung. Mögliche psychische Symptome können sein:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafstörungen
  • Angst
  • Depression
  • Traumatisierung (z.B. durch die starke Belastung einer intensivstationären Behandlung)

Haben Sie sich in den vergangen Monaten von einer Covid-19 Erkrankung erholt und leiden aber jetzt bzw. nach wie vor an solchen Symptomen? Dann ist es sehr gut möglich, dass die Diagnose Long-Covid auf Sie zutrifft.

Welche Besonderheiten gibt es bei Long-Covid?

Wenn Sie im Zuge Ihrer Covid-19 Erkrankung intensivstationär behandelt wurden, kann dies zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Wenn Sie intubiert wurden, kann es z.B. zur Verletzung der Luftröhre gekommen sein. In diesem Fall leiden vielleicht selbst nach der Behandlung und Genese unter Atembeschwerden. Es kann auch sein, dass Sie sogar das Gefühl haben, das Atmen "neu lernen" zu müssen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Long-Covid ist auf der einen Seite seine Ähnlichkeit und auf der anderen Seite Gegensätzlichkeit zu Depression. Sowhl wenn Sie unter Depression als auch wenn Sie unter Long-Covid leiden, ist es Ihnen oft nicht möglich bestimmte Aufgaben zu erledigen. Auch ergeben sich vielleicht Einschränkungen in Ihrer Freizeitgestaltung. Der Unterschied liegt hier jedoch in der Motivation. Wenn Sie depressiv sind, mangelt es Ihnen am Antrieb, selbst die kleinsten Dinge zu erledigen. Wenn Sie aber Long-Covid haben, dann haben Sie genau diesen Antrieb und genau diese Motivation. Das woran es Ihnen fehlt in diesem Fall ist die körperliche Verfassung, um die angestrebten Aufgaben erldigen zu können. Vieles ist einfach körperlich möglich, psychisch aber sehr wohl.

Können Sie sich und Ihre Long-Covid-Erkrankung mit diesen Informationen vielleicht schon ein Stück besser verstehen?

*Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision


www.psychotherapie-hoefinger.at

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