Marion Langer, Psychologin

Long Covid bei Babys und Kleinkindern

Viele Eltern machen sich nach einer Covid-Erkrankung ihrer Kinder Sorgen, ob diese an Long Covid erkranken könnten. Studien zeigen, dass Schulkinder und Jugendliche durchaus an Long Covid erkranken. Doch bei den Symptomen wie Schlafschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme, Erschöpfung (Fatigue) und Schwäche fällt eine Diagnose bei Babys und Kleinkindern schwer.

Es fehlen zum Beispiel die Diagnosemöglichkeiten um Konzentrationsschwierigkeiten bei Babys und Kleinkindern zu messen. Außerdem müsste man um verlässliche Aussagen treffen zu können, Vergleichswerte vor der Erkrankung haben. Diese fehlen logischerweise gänzlich. Deswegen schwankt die angegebene Häufigkeit von Long Covid bei Kindern stark. Manche sprechen nur von ca. 0,8% der Fälle, manche wiederrum sogar von13,3 % der Fälle. 

Abgesehen von Long Covid zeigt sich jedoch bei ca. einem von 1000 mit Corona infizierten Kindern das PIMS-Syndrom (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome). Die Symptome dieser Multi-Entzündungserkrankung sind starke Bauchschmerzen und anhaltendes Fieber, welche sehr plötzlich auftreten. Die meisten Kinder müssen intensivmedizinisch betreut werden. Zum Glück können ca. 90 % der betroffenen Kinder vollständig geheilt werden. 

Die Pandemie - nichts ist wie es mal war

Manche Auswirkungen der Pandemie zeigen sich jedoch bereits auch bei Babys. Väter konnten aufgrund der medizinischen Bestimmungen teilweise nicht bei der Geburt dabei sein. Viele Mütter waren dadurch im Vorfeld verzweifelt. Während der Geburt, ohne den Partner als Stütze, haben sich Ängste und Sorgen verstärkt. Diese Gefühle können sich leider direkt auf das Baby auswirken. Dies kann die Häufigkeit für exzessives Schreien – umgangssprachlich Schreibabys – erhöhen. 

Soziale Kontakte waren während des Lockdowns stark reduziert

Die sozialen Kontakte der Eltern waren stark eingeschränkt. Familienangehörige konnten den Nachwuchs nicht willkommen heißen. Rückbildungskurse, Still- und Spieletreffs, Babyschwimmen -  all diese Dinge fanden aufgrund der Pandemie nicht statt. Viele Mütter litten massiv unter der fehlenden Unterstützung durch die Familie, dem Austausch mit Gleichgesinnten, sowie unter der sozialen Vereinsamung. Die Gefühle der Mütter haben starke Auswirkungen auf die Interaktion und die Beziehung zu dem Baby. Dadurch kann es, wie schon erwähnt, vermehrt zu Schreibabys kommen.

Für manche Familien kamen durch die Kurzarbeit sowie die Entlassungswellen auch finanzielle Sorgen und Nöte hinzu. All diese Folgen der Pandemie wirken sich auf die Babys und natürlich die Kinder negativ aus. 

Über die Auswirkungen der Gesichtsmasken und der dadurch fehlenden Mimik des Gegenübers kann man nur mutmaßen. Reichen die Interaktionen im privaten Umfeld, damit Babys und Kleinkinder lernen, die Mimik und Gefühle richtig zu interpretieren?

All diese Faktoren haben höchstwahrscheinlich auch einen relativ großen Einfluss auf den Babyschlaf. Sind die Eltern beunruhigt, nervös oder sorgenvoll, spürt ihr Nachwuchs die Spannungen und reagiert ebenfalls mit Unruhe oder sogar exzessivem Schreien.

Neben den Babys, wo man die Auswirkungen nicht in Zahlen umlegen kann, haben diverse Studien und Umfragen ergeben, dass ca. jeder zweite bis dritte der 6 – 15 Jährigen aufgrund der Pandemie unter Ein- und Durchschlafstörungen leidet. Mögliche Gründe sind, dass die Kinder viel später ins Bett gehen und sich vermehrt mit ihren Handys und Tablets, etc.  beschäftigen, anstatt Sport zu machen. Die fehlende Bewegung an der frischen Luft, sowie das Blaulicht der Smartphones und des Fernsehers führen zu schlechterem Schlaf. Albträume seien, durch die mit der Pandemie verbunden Ängste und Sorgen, auch häufiger Teil des Kinderschlafs. 

Insgesamt zeigen sich deutliche Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche und das Schlafverhalten von Babys und Kindern. Möglicherweise erfassen wir gerade erst den Gipfel des Eisbergs, weswegen es dringend notwendig erscheint, das Betreuungsangebot in diesem Bereich auszubauen. 

Long-Covid, Corona-Pandemie
Unser Angebot für Sie und Ihr Kind (0 - 3 Jahre)

Ist Ihr Baby ein Schreibaby? Oder haben Sie Fragen bezüglich der Auswirkungen der Pandemie auf Ihr Kind und sein Schlafverhalten können wir uns gerne einen Termin vereinbaren und Ihre Sorgen im Detail besprechen. Wir haben uns auf die Begleitung von Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren spezialisiert. Aus diesem Grund bleiben wir auch bei dem Thema Pandemie und Long Covid bei diesem Altersrahmen. So können wir auch hier unsere Professionalität gewährleisten. 

Gemeinsam schauen wir uns das bestehende Familiensystem und die Beeinflussungen durch die Pandemie an und analysieren mögliche Auswirkungen auf den Schlaf Ihres Kindes. So können wir gemeinsam im Bedarfsfall Lösungen finden, damit Ihre Familie wieder ruhig schlafen kann. 




Mag.a Marion Langer
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin

Auhofstraße 205, 1130 Wien
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